Fünf Erzählkünstler luden am 1. Juli 2011 abermals in die Burgruine Bad Lippspringe zur langen Märchennacht ein. Wie auch in der vergangenen Jahren hatte der Wettergott kein Einsehen und die Veranstaltung musste in das bereits vertraute Burgcasino verlegt werden. Hier füllten sich rasch die Reihen bis auf den letzten Platz.
Mit einfühlsamen Klarinettentönen eröffnete Britta Jones den Abend. Auch Jenny Ruppik, die zum ersten Mal dabei war, begeisterte mit ihren Harfenklängen das Publikum. Insbesondere im Zusammenspiel brillierten die beiden Musikerinnen hervorragend.
Lothar Schröer, als Hahn im Korb zwischen den vier Erzählerinnen, begab sich erzählerisch in die Rolle des Mister Fox, der, wie konnte es anders sein, mit den Frauen sein Unwesen trieb. Elke Dießer stand ihm hierbei augenzwinkernd zur Seite. Sie wiederum antwortete herausfordernd mit einer Grimmschen Geschichte über eine Köchin, die den Hausherrn mit List und Tücke zu überreden verstand.
Marianne Vier bot große erzählerische Präsenz auf der prächtig geschmückten Bühne. Wie keine Zweite versteht sie es, die ewigen Missverständnisse zwischen Mann und Frau im humorvollen Miteinander zu verbinden.
Längst ist sie zum Liebling des Lippspringer Publikums avanciert: Hertha Glück aus Österreich erobert die Herzen im Sturm. Spritzig und humorvoll erzählt sie ihre Mundart-Geschichten – immer mit hochdeutscher Übersetzung – zum großen Vergnügen ihrer Zuhörer.
Sieglinde Schröder, Initiatorin des Abends, bot Gefühlvolles mit einer Sage aus den Dolomiten. Begleitet wurde sie dabei von Jenny Ruppik auf der Harfe. Ein wundervoller Ausklang des Abends. Das Publikum bedankte sich mit standing ovations und freut sich schon jetzt auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.