Bad Lippspringe, Juli 2009 – Die Lichter in der Friedenskapelle brannten schon, als die rund 70 Zuhörer am vergangenen Samstag ihre Plätze einnahmen. Umrahmt vom Bad Lippspringer Kurwald begann ein Märchenabend ganz besonderer Güte, zu dem Ewald Thiele, der Betreiber der Friedenskapelle, und die Märchenerzählerin Sieglinde Schröder eingeladen hatten.
Unter dem Motto „Licht im Dunkel“ wusste Frau Schröder bei dieser ökumenischen Benefizveranstaltung ihre Zuschauer immer wieder zu überraschen und zu begeistern: Ein Gänseblümchen, das schlafend Gott erblickt und fortan strahlend die Menschen erfreut; ein afrikanisches Mädchen, das ihr kostbares Püppchen dem Feuer opfert um ihr Volk zu retten; oder ein Königssohn, der den Thronsaal des Vaters mit einem kleinen Teelicht zu erhellen weiß.
Ein Licht erscheint oft dort, wo man es nicht erwartet. Mit diesem Thema gab auch Frau Schröder etwas von ihrer eigenen Lebensgeschichte preis, in dem sie von dem Unfall berichtete, der sie arbeitsunfähig und letztendlich Märchenerzählerin werden ließ. „Wenn eine Tür sich schließt, geht ein Fenster auf“.
Es war ein sehr persönlicher Abend, der ganz im Zeichen hoher Erzählkunst stand. Zuschauer zum Lachen bringen vermag manch einer, sie zu Tränen zu rühren, bedarf einer besonderen Gabe. Da kann auch der Sensenmann, der vor lauter Knäckebrotknackerei seinen Job vergisst, nur unverrichteter Dinge weiter ziehen.
Weiter ziehen wollte an dem Abend in der Friedenskapelle niemand. Eine Stunde lang dauerte der Geschichtentrubel, der am Ende 500 Euro in den Sammelhut fließen ließ. Die Spende kommt dem Deutschen Kinderhospizverein in Paderborn zu Gute, von dem auch zwei Vertreterinnen zugegen waren und sich recht herzlich bei Frau Schröder und Herrn Thiele bedankten.

Claudia Lücke, Heike Henschel (beide Kinderhospizverein), Ewald Thiele und Sieglinde Schröder.

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